Markus Eder, Geschäftsführer Tyczka Totalgaz GmbH

Preisentwicklung am Flüssiggasmarkt

Die meisten Verbraucher denken beim Thema Energiekosten automatisch zuerst an den Rohölpreis. Dabei haben beim Flüssiggas auch andere Faktoren einen Einfluss auf die Preisentwicklung. Welche das sind, erfahren Sie in unserem Interview mit Markus Eder, dem Geschäftsführer der Tyczka Totalgaz GmbH.

1. Herr Eder, ist der Preis für Flüssiggas eigentlich an den Rohölpreis gekoppelt oder spielen hier bei den Preisen eher andere Faktoren eine Rolle?
Eine direkte preisgebundene Kopplung über eine Preisformel wie bei Erdgas an Rohöl gab und gibt es bei Flüssiggas nicht. Blickt man in die Vergangenheit, stellt man jedoch bei Flüssiggas fest, dass die Preisveränderungen der Bewegung des Rohölpreises folgten – stieg der Rohölpreis, folgten ihm auch die Produkte aus der Raffinerie, sprich Heizöl, Diesel, Benzin und auch Flüssiggas. Unsere Kunden wussten also beim Blick auf die Tankstellenpreise genau, was beim Flüssiggas auf sie zukommt. Weniger vordergründig, aber positiv für unsere Kunden war die allmähliche Annäherung des Flüssiggaspreises an den etwas günstigeren Heizölpreis. Da gab es in letzter Zeit beim direkten Preisvergleich kaum Unterschiede, wenngleich Flüssiggas nach wie vor mit wesentlich besseren Energieeffizienzpotenzialen punkten kann, zum Beispiel beim Einsatz von Brennwerttechnik, Strahlerheizungen oder Blockheizkraftwerken.

2. Im Dezember 2010 haben die Preise für Flüssiggas ihren Rekordhöchststand erreicht. Wie kam es zu dieser Entwicklung?
Uns alle überrollte diese Entwicklung wie eine Lawine, ein Allzeithoch jagte das andere. Von den Experten gab es unterschiedliche Erklärungsversuche. Am Ende war es eine Summe verschiedener Faktoren:

3. Stimmt es, dass auch das Wetter Einfluss auf die Preisentwicklung beim Flüssiggas hat?
Ja, das Wetter nimmt immer Einfluss. Insbesondere wenn die erste Schneeflocke vom Himmel fällt, werden unsere Kunden sehr unruhig und bestellen Flüssiggas. Die Nachfrage steigt und treibt nach den üblichen Marktmechanismen die Bezugspreise nach oben.

4. Warum gibt es am Flüssiggasmarkt so große Preisunterschiede?
Nicht nur bei Flüssiggas, sondern generell gibt es in den Rohstoffmärkten verstärkt „Zocker“, die kleinste Mengen im Markt platzieren und kleine regionale Unternehmen in den Markt drücken. Oft genug sind diese Zocker Wochen später wieder vom Markt verschwunden. Diese Preise werden leider im Internet platziert und suggerieren bei unseren Kunden einen völlig unrealistischen Marktpreis. Über diesen Weg ist der Flüssiggasmarkt in Deutschland nicht bedienbar, weil sich damit keine Versorgungssicherheit darstellen lässt.

5. Lohnt es sich dennoch, manchmal etwas mehr auszugeben?
Ja, bei uns schon. Unsere Kunden kaufen bei uns mit dem Flüssiggaspreis nicht nur Flüssiggas, sondern ein Rundum-Sorglos-Paket. Kaum ein anderes Flüssiggasunternehmen in Deutschland hält derart viele Flüssiggaslager vor, um die Versorgungssicherheit auf höchstem Niveau zu halten. Unsere Kunden erreichen uns mit einer menschlichen Stimme 24 Stunden über das ganze Jahr hinweg, um Flüssiggas zu bestellen. Darüber hinaus stellen wir auf unserer Internetseite kostenfrei ein Kunden-Login zur Verfügung – von der bequemen Gasbestellung bis hin zu wichtigen Informationen. Ein Team von Ingenieuren hält sich an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr in Bereitschaft, um bei technischen Problemen kompetent zu helfen. Zudem kümmert sich ein Team von hochqualifizierten Technikern um die Einhaltung sämtlicher sicherheitstechnischer Maßnahmen in unseren Lägern, beim Transport und bei den Versorgungsanlagen unserer Kunden.

6. Was empfehlen Sie Ihren Kunden, wenn sie bei den Energiekosten sparen möchten?
Das große Zauberwort heißt Energieeffizienz. Dahinter verbergen sich Maßnahmen zur Senkung des Energieverbrauches. Der Trend steigender Energiepreise wird sich, auch wenn es Phasen von Entspannung gibt, fortsetzen. Allein nur auf erneuerbare Energien zu setzen ist keine Lösung für sinkende Energiekosten. Sowohl die Gebäudehülle als auch die Anlagentechnik sind in Deutschland sehr veraltet. Experten sprechen längst schon von einem Sanierungsstau, der ein riesiges Einsparpotenzial in sich birgt. So verbraucht beispielsweise ein 25 Jahre altes Haus in etwa doppelt so viel Energie wie ein Neubau. Darüber hinaus erzielen kostenlose Maßnahmen große Wirkung, zum Beispiel der sensible Umgang mit dem Heizkörperthermostat – ein Grad weniger spart sechs Prozent Energie. Wir informieren unsere Kunden regelmäßig mit unserer Kundenzeitschrift über neueste Techniken und Erkenntnisse und geben Tipps, wie man kostengünstig Energie sparen kann.

7. Gibt es speziell für Gewerbekunden eine Möglichkeit, wie sie beim Flüssiggaseinkauf sparen können? Bietet Tyczka spezielle Angebote?
Jedes Jahr machen wir Befüllaktionen, von denen auch unsere Gewerbekunden profitieren. Die Kunden werden hier in Zeiten mit günstigem Flüssiggaspreis direkt angeschrieben. Darüber hinaus suchen wir derzeit nach Möglichkeiten, wie wir den enormen Preissprüngen im Sinne unserer Kunden begegnen können. Das ist nicht ganz einfach, denn wir müssen mit den Kunden in einen engeren Dialog treten, um herauszufinden, wie hoch der Bedarf sein wird und zu welchem Zeitpunkt er ein Kontingent abfordern könnte, um am Ende das Preisrisiko abschätzen zu können.

 

 

Online-Newsletter

Für Gewerbe- und Industriekunden der Tyczka Gruppe und TOTAL Deutschland GmbH